Jul 3 2012

100 auf die Zwölf

Das ist Alex Chadwick von der Musikalienfachhandlung »Chicago Music Exchange«, oder zumindest sind das einige Teile von ihm: sein Oberkörper, seine Arme und Hände und nicht zuletzt seine 1958er Fender Stratocaster. Mit der spielt der gute Alex innerhalb von 12 Minuten sagenhafte 100 legendäre Riffs – in einem Take. Weil er das in chronologischer Reihenfolge tut, gibt er mit diesem Video einen ebenso schönen wie knackigen Überblick über die Geschichte des Rock ‘n’ Roll. Den Anfang macht er mit Chet Atkins’ »Mr. Sandman« und dann dürfte für so ziemlich jeden etwas dabei sein. Viel Vergnügen. Und bei Interesse findet Ihr weitere Informationen auf der Seite des Shops, für den Alex arbeitet.  (Bildquelle: Screenshot)

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Sep 13 2011

Doppelpack IX

© danmachold

»Two turntables and a microphone.« Die wohl knappste, griffigste, was auch immerste Definition von Rap. Zwei Plattenspieler, besampelt und bescratcht vom Diskjockey und ein Mikrofon, gehalten und mit Texten besprochen vom Master of Ceremony. Diesen beiden eigentlich untrennbaren Eckpfeilern des Sprechgesangs mit rhythmischer Begleitung ist der neunte Doppelpack gewidmet. … weiter

Amien unter haltsam | Kein Kommentar


Aug 26 2011

Pukkelpop 1991

© metaplot

Ziemlich genau 20 Jahre ist es jetzt her, dass mir dieser unscheinbare weiße Zettel eines meiner besten Festivalerlebnisse beschert hat. Das Pukkelpop 1991 war im Vergleich zu heutigen Veranstaltungen noch sehr überschaubar gehalten. Auf der einzigen Bühne, die an diesem heißen Sommertag in der belgischen Pampa stand, gaben sich dafür aus meiner Sicht fast ausschließlich musikalische Leckerbissen die Klinke in die Hand: Nirvana waren noch ein halbes Jahr von »der Platte mit dem Baby« und dem Durchbruch entfernt. Ride waren unglaublich laut, Dinosaur Jr. unglaublich gut. Black Francis war zufällig in der Gegend und spielte eine Handvoll Pixies-Songs. Sonic Youth machten Dinge mit ihren Gitarren, die ich bis heute nicht verstanden habe. Die Pogues sorgten für Polonaise-Stimmung auf dem gesamten Gelände und die Ramones waren eben die Ramones. Wenn alles gut geht, werde ich noch meinen Enkeln von diesem Tag erzählen. So sah das Ganze damals aus:

Und damit sich jeder auch ein Bild davon machen kann, wie das damals klang, kommen hier noch einige Videos, die ich in den vergangenen Wochen im Netz gefunden habe: Dinosaur Jr. – Freak Scene, Sonic Youth – Schizophrenia, Nirvana – School.

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Aug 4 2011

Aller Anfang

Es ist schon ein paar Jährchen her, dass ich Rage against the machine live gesehen habe. Pfingsten 1993 war das, auf dem PinkPop-Festival im niederländischen Landgraaf. Bei YouTube kursieren Mitschnitte von der damaligen Fernsehübertragung, die in etwa erahnen lassen, wie sich das Erlebnis damals angefühlt hat. Ich habe seitdem eine Menge wütende Bands gesehen, aber nie wieder hat Zorn so wunderbar gebounced. Nach dem Auftritt fühlte ich mich wie von einer Büffelherde überrollt. Auf eine irgendwie schöne Art. »Anger is a gift.« Stimmt schon irgendwie.

Gestern ist mir dann bei Testspiel.de eine Videoaufnahme untergekommen, die belegt, dass das mit dem bouncenden Zorn wohl nicht von vornherein so gewesen ist. Man munkelt, der Film zeige den allerersten Auftritt von Rage against the machine. Komplett! (Womit der Herr in dem rotkarierten Hemd wohl der weltweite Vorreiter in Sachen »Bei RATM abgehen« wäre.) Der Funke springt nur sehr spärlich zum Publikum über. Trotzdem macht es Spaß, die ganzen Lieder, die wenig später meinen Arsch getreten haben, in ihren Frühfassungen zu hören. Und nur um mal einzuordnen, wie schnell das bei denen damals gegangen ist: Zwischen dem Video da oben und dem hier unten liegen gerade einmal anderthalb Jahre.

Voilà, Rage against the machine, Oktober 1991:

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Mrz 25 2011

Game Over

Aber sowas von

Achtung, jetzt wird es nostalgisch. Und auch ein wenig blutig. Aber keine Sorge, es sind nur ein paar Sprites. Grafikklötzchen aus einer Zeit lange vor dem ganzen 3D-Game-Zeug von heute. Damals in den 80ern konnte ich Stunden damit verbringen, Flugzeuge und Hubschrauber zu fliegen, Prinzessinnen und Schätze zu befreien oder Zombies und feindlichen Armeen zu entkommen. Das alles fing immer mit einem »Load”*”,8,1« an. Schon ratterte das Laufwerk los, um mich in fremde Welten zu entführen. I was a Teenage-Zocker. Es gibt wohl kein Spielgenre, das ich seinerzeit auf dem C-64 nicht ausprobiert habe. Und nicht immer war es mir vergönnt, am Ende erfolgreich zu sein. Drüben bei Boing Boing hat man sich jetzt die Mühe gemacht, einen ganzen Haufen solcher Momente des Scheiterns zusammen zu stellen. Etliche Varianten von »Game Over«, unterlegt mit einer irgendwie schönen 8bit-Version von »Mad World« (mit bestem Gruß von Tears for Fears und/oder Donnie Darko). Da werden Erinnerungen wach.

YouTube Preview Image

Christoph unter haltsam | Ein Kommentar


Mrz 2 2011

Lieblingslied # drie

Everlong

© Rongyos 1997

»Stimmt, jetzt sind die Scheiße. Aber die alten Sachen sind wirklich super.« Unzählige Male habe ich diesen Satz gehört. Vorzugsweise von Skorpions- und Genesisfans, die sich so für »Wind of Change« oder »I can´t dance« zu entschuldigen versuchten. Als junger Musik-Aficionado hatte ich dafür allenfalls ein mitleidiges Lächeln übrig und hörte mir diesen Mist auf keinen Fall an.

Die Zeit schreitet voran, und so ist es nun an mir zu sagen: »Stimmt, jetzt sind die ›Foo Fighters‹ Scheiße. Aber die alten Sachen sind wirklich super.« Nur ein halbes Jahr nach dem Tod seines ehemaligen Bandleaders Kurt Cobain, hatte Dave Grohl im Oktober 1994 das selbstbetitelte Debüt in Eigenregie aufgenommen. Ein Album, das man von einem ehemaligen Nirvanamitglied nicht erwartet hatte. Charmante, mitunter etwas belanglose Melodien, die ohne Wut und Weltschmerz vorgetragen wurden. … weiter

Amien unter schätzt | Kein Kommentar


Feb 14 2011

Jugendsünde

Es gab Schlimmeres.

YouTube Preview ImageVor vielen, vielen Jahren gab es eine Zeit, in der wir drei von METAPLOT auch einmal Musik gemacht haben. Amien und ich an den Gitarren, Tom hat gesungen und das Ganze (plus Bassist Thomas und Schlagzeuger Robert) nannte sich »Rauschfilter«. Mitte der 90er war das. Vielleicht wird hier irgendwann einmal ein Anekdötchenfeuerwerk aus dieser Zeit abgebrannt. Erst einmal möchte ich aber auf das hinaus, was nach »Rauschfilter« kam. Während ich nach wie vor die Gitarre umhängen hatte, war Tom an die Trommeln gerückt. Immer-noch-Bassist Thomas und Gitarrist/Sänger Christian komplettierten »The Wiggum Idaho«. Ein lässig klingender Name, dem wir sogar eine gewisse Bedeutung zugeschrieben haben. Und die ging so: In einer Folge der Simpsons mussten sich die Schulkinder von Springfield als US-Bundesstaaten verkleiden. Der Sonderpreis für die Kinder, deren Eltern offensichtlich nicht mitgeholfen hatten, ging an Lisa und eben Ralph Wiggum, der sich lediglich ein Schild mit der Aufschrift »Idaho« um den Hals gehängt hatte. Sein Satz »I’m Idaho.« (In Ermangelung der englischen Fassung da oben in – ja in welcher Sprache eigentlich? – zu sehen.) wurde uns zur Maxime. Der Bandname war ein Eingeständnis an das eigene Unperfektsein. So sahen wir uns und unser musikalisches Schaffen schließlich. Mit der Weisheit des Alters möchte ich diese Erklärung im Nachhinein als kokettierenden Bullshit abtun. Ein cooler Name ist »The Wiggum Idaho« trotzdem irgendwie. Oder? … weiter

Christoph unter haltsam | 5 Kommentare


Feb 4 2011

My friend Goo

Ein Cover und seine Geschichte

© Sonic Youth

Lasst uns doch noch mal über Musik sprechen. Das hier links ist das Cover von »Goo«, einem Album von Sonic Youth. Kurz nach seinem Erscheinen 1990 habe ich es gekauft und seitdem einige hundert Male gehört. Was nicht zuletzt daran liegt, dass Sonic Youth eine meiner Lieblingsbands ist. An manchen Tagen ist »Goo« auch mein Lieblingsalbum dieser Band. Aber (a) wechselt das ständig (Um mich wirklich festlegen zu können, haben die in inzwischen 30 Jahren Bandgeschichte zu viele tolle Sachen gemacht.) und (b) geht es da jetzt gar nicht drum. (Sonst könnte ich jetzt auch von dem Konzert in der Düsseldorfer Phillipshalle erzählen, als ein METAPLOT-Kollege mitten im Noiseteil von »The Diamond Sea« ein unglaublich ehrliches Bekenntnis abgab: »Tut mir leid, aber ich find das Scheiße.«) Denn eigentlich möchte ich nur eine Erkenntnis teilen. Immer wieder habe ich mich in der Vergangenheit gefragt, was es wohl mit diesem Coverbild auf sich hat. Bevor ich aber jetzt zu dem komme, was ich neulich zufällig im Internet fand, muss ich noch kurz eine nicht ganz so schöne Geschichte loswerden. … weiter

Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar


Okt 6 2010

Landpartie

Aber hier leben…

© metaplot

Morgens, halb Zehn in Deutschland. Ein Termin in einer Autowerkstatt hat mich in meinen Geburtsort verschlagen. Sonst immer in Boxenstoppmanier durchgezogen, soll das Schrauben diesmal etwas länger dauern. »Mindestens drei Stunden«, schätzt der Meister. Im Verlauf der letzten Jahre bin ich niemals mehr als ein paar Minuten hier gewesen. Ich nutze die frei gewordene Zeit, um durch die Straßen zu schlendern, und werde eiskalt erwischt. In meinen Kindheitserinnerungen bunt und lebendig, wirkt die Kleinstadt jetzt grau und verhärmt. Ein trostloser Vormittag in drei Begegnungen. … weiter

Christoph unter wegs | 2 Kommentare


Jun 21 2010

Muss ich haben!

Die schwarz-rot-goldene Produktpalette

MetaplotEspaña ´82. Die erste von mir bewusst erlebte Fußball-WM. Wie so oft bei solchen Kollektivereignissen lässt sich schwer zwischen »echter« und medial aufgefrischter Erinnerung unterscheiden. Wer kann schon genau sagen, ob er den Finaltreffer von Paul Breitner beim 1:3 gegen Italien damals wirklich memoriert hat, oder ob er nur Opfer der zahllosen WM-Nächte geworden ist, die jedes Finale seit 1954 rauf und runter leiern. … weiter

Amien unter haltsam | Kein Kommentar