Sep
13
2011

© danmachold
»Two turntables and a microphone.« Die wohl knappste, griffigste, was auch immerste Definition von Rap. Zwei Plattenspieler, besampelt und bescratcht vom Diskjockey und ein Mikrofon, gehalten und mit Texten besprochen vom Master of Ceremony. Diesen beiden eigentlich untrennbaren Eckpfeilern des Sprechgesangs mit rhythmischer Begleitung ist der neunte Doppelpack gewidmet. … weiter
Amien unter haltsam | Kein Kommentar
Mai
20
2011
»I want you to notice«
Erinnert sich jemand an den grandiosen Trailer zum letzten David Fincher »Social Network«? Piano-Einsatz, Pixel formieren sich langsam zum Bild einer jungen Frau mit Totenkopftattoo. Dann drei Twens, die an einem Auto lehnen. Partybilder. Der Button »Add a friend« erscheint. Nun dürfte sich dem letzten Zuschauer die Facebook-Association erschlossen haben. Dazu diese großartige Version von »Creep«. »I want a perfect body. I want a perfect soul«, singt ein Mädchenchor während Statusmeldungen auf den Bildschirm getippt werden. Der Clip entfaltet einen Sog, dem sich zu Entziehen schwerfällt. »Wow«, dachte ich beim ersten Sehen im Kino, »da hat Facebook einen verdammt guten und vermutlich preiswerten Clip rausgehauen.« Bis nach etwa einer Minute klar wird, dass es sich um einen Filmtrailer handelt. Eben für diesen »Facebook-Film«, der vom Creep Mark Zuckerberg handelt. Obgleich der Trailer die Vermutung nahelegt, dass es um den Creep in uns allen geht, der nach Aufmerksamkeit heischt. »I want you to notice«. … weiter
Amien unter haltsam | 6 Kommentare
Apr
30
2011
Konzerte von alten Lieblingsbands zu besuchen, wird zunehmend zu einer riskanten Geschichte. Vergangenen Herbst, zum Beispiel, habe ich Samiam nach Jahren noch einmal gesehen. Und die hatten so offensichtlich die Rente durch, dass mir mitten während der Vorstellung nur noch ein Gedanke im Kopf herumflog: »Junge, sind die alt geworden. Ich aber auch!« Am Ende war ich regelrecht sauer auf die Band, diese Erkenntnis in mir geweckt zu haben. Deren Platten habe ich seitdem kaum noch angepackt. Klarer Fall von »gute Erinnerungen nachträglich zertrampelt«. Aber so ein Wiedersehen kann auch anders laufen. Ganz anders. Etwa so wie vorgestern.
Da waren Piebald in Köln, genauer gesagt im »Blue Shell«. Und der Abend war großartig. Auf der Bühne eine Handvoll sympathischer Herren, davor ein zwar überschaubarer, dafür aber komplett euphorisierter Haufen Menschen. Die Band hatte so was von Lust aufs Musikmachen, dass sie sich und uns dieses alberne »So, wir sagen jetzt das letzte Lied an, gehen dann, Ihr ruft nach uns, wir kommen zurück und spielen weiter«-Zugabespielchen ersparten und nach einem ersten bunten Strauß schöner Melodien einfach unaufgefordert weitere Lieder anhängten. Am Ende hatten sie in knapp anderthalb Stündchen einmal durch ihre komplette Diskographie gepflügt und (fast) alle meiner persönlichen Hits gespielt. Zu keinem Zeitpunkt habe ich »Mensch, bin ich alt!« gedacht, eher so: »Geil, endlich wieder 25!« Nicht, dass ich durchgehend scharf auf dieses Alter wäre. Aber für so einen Konzertabend ist das schon eine feine Sache.
Und apropos Lieblingslied: »Grace Kelly with wings«

Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar
Mrz
2
2011
Everlong

© Rongyos 1997
»Stimmt, jetzt sind die Scheiße. Aber die alten Sachen sind wirklich super.« Unzählige Male habe ich diesen Satz gehört. Vorzugsweise von Skorpions- und Genesisfans, die sich so für »Wind of Change« oder »I can´t dance« zu entschuldigen versuchten. Als junger Musik-Aficionado hatte ich dafür allenfalls ein mitleidiges Lächeln übrig und hörte mir diesen Mist auf keinen Fall an.
Die Zeit schreitet voran, und so ist es nun an mir zu sagen: »Stimmt, jetzt sind die ›Foo Fighters‹ Scheiße. Aber die alten Sachen sind wirklich super.« Nur ein halbes Jahr nach dem Tod seines ehemaligen Bandleaders Kurt Cobain, hatte Dave Grohl im Oktober 1994 das selbstbetitelte Debüt in Eigenregie aufgenommen. Ein Album, das man von einem ehemaligen Nirvanamitglied nicht erwartet hatte. Charmante, mitunter etwas belanglose Melodien, die ohne Wut und Weltschmerz vorgetragen wurden. … weiter
Amien unter schätzt | Kein Kommentar
Aug
7
2010
Zweiter Teil

© screams for your heart
Ich stehe in einem Kölner Club. Auf dem Plan stehen Escapado. Eine vierköpfige Screamo-Gruppe aus Kiel und Flensburg. Ich bin alt, älter jedenfalls als die meisten anderen Konzertbesucher. Abgeklärt bewege ich mich im hinteren Teil des Etablissements. Ich lehne entspannt an der Theke und nippe ab und an an meinem Kaltgetränk. Nichts kann mich aus der Ruhe bringen. Auch als die vier Jungs aus dem Norden auf die Bühne kommen, bin ich kalt wie Eis und harre der Dinge, die da kommen. … weiter
Amien unter schätzt | 2 Kommentare
Jun
9
2010
Ihr kriegt ein Lieblingslied

© streetpreacher83
Irgendwie war in letzter Zeit wenig los auf METAPLOT. Sowohl von Autoren- als auch von Rezipientenseite. Deshalb wurde das gestrige private Treffen zweier der drei Betreiber dieser Homepage kurzerhand zum Strategie-Meeting umfunktioniert. Da wurden Besucher-Statistiken analysiert, Business-Pläne entworfen und per Videoschalte Kontakte zu den ersten Adressen der PR-Branche geknüpft. Eines der Ergebnisse dieses Arbeitsessens ist eine neue Reihe, deren ersten Beitrag ihr nun lesen könnt. Es geht um Lieblingslieder. … weiter
Amien unter schätzt | Ein Kommentar