Sep 13 2011

Doppelpack IX

© danmachold

»Two turntables and a microphone.« Die wohl knappste, griffigste, was auch immerste Definition von Rap. Zwei Plattenspieler, besampelt und bescratcht vom Diskjockey und ein Mikrofon, gehalten und mit Texten besprochen vom Master of Ceremony. Diesen beiden eigentlich untrennbaren Eckpfeilern des Sprechgesangs mit rhythmischer Begleitung ist der neunte Doppelpack gewidmet. … weiter

Amien unter haltsam | Kein Kommentar


Sep 8 2011

Liedstriche

Was zum Rätseln. Zum Mitmachen. Und zum Malen. Das sind gleich drei Dinge auf einmal, die jetzt und hier auf Euch warten. Zu Beginn muss ich aber noch kurz die Geschichte von Jochen und Dirk loswerden.

Weil Jochen Musik mag und ein Händchen für das richtige Lied zur richtigen Zeit hat, legt er von Zeit zu Zeit in Aachener Clubs auf. (beispielsweise morgen bei der »Sportsman Bar« im Aoxomoxoa) Auch Dirk mag Musik. Und wenn der Jochen irgendwo auflegt, kann man ziemlich sicher sein, den Dirk dort anzutreffen. Immer wieder kommt es dann zu Momenten, in denen sich der Dirk beim Jochen gerne ein Lied wünschen möchte. Aber in den Läden ist es immer furchtbar laut, was in Sachen Kommunikation schon einmal ein Problem darstellen kann. Während sich die meisten Leute weit über den Tresen beugen und ihre Wünsche ins Ohr des DJs brüllen oder diese auf einen Zettel schreiben, haben Jochen und Dirk eine ganz andere Art der Unterhaltung für sich entdeckt. Dirk malt die Titel seiner Wunschsongs auf einen Zettel. Jochen errät diese dann und legt die Lieder auf. So schön kann nonverbale Kommunikation sein.

Jetzt sind wir hier in der glücklichen Situation, dass uns die beiden zwei dieser Kunstwerke zur Verfügung gestellt haben. Vielen lieben Dank dafür. (Das Verschwommene auf den Zetteln stammt von uns. Wir wollten nicht in den Verdacht geraten, Werbung für irgendwelche Brauereien zu machen.) Womit wir bei den drei Dingen vom Anfang dieses Artikels wären: Erst einmal dürft Ihr locker flockig drauflosraten, welche Lieder sich Dirk da wohl gewünscht hat. Zum anderen seid Ihr herzlich eingeladen, selber Songtitel zu malen und diese dann hier zu veröffentlichen. Und schon gehts los:

© Dirk Dangerous

Update 14.9.: Okay, drüben bei Facebook ist dieses Bild erkannt worden. Danke Andrea für die Auflösung. Hier kommt das passende Lied:

© Dirk Dangerous

Update 21.9.: Okay, ich löse dann mal auf. Es sind einige sehr passende Tipps hier eingegangen. Dirk hätte sich seinerzeit sicherlich nicht beschweren dürfen, hätte Jochen »This is not a love song« oder »Don’t go breaking my heart« gespielt. Gewünscht hat er sich mit dem Bild aber dieses Lied:

Christoph unter haltsam | 5 Kommentare


Sep 5 2011

Vor die Tür gesetzt

© metaplot

Wahrscheinlich muss man Josh Ottum nicht unbedingt kennen. Ich habe ihn vor etwa fünf Jahren einmal zufällig in Aachen live gesehen. Seinerzeit war er mit seinem ersten Album auf Tour und ist mir vor allem in Erinnerung geblieben, weil er seine Begleitband vom iPod einspielte. Okay, die Musik hat mir auch gefallen, sonst hätte ich damals wohl kaum die Platte gekauft. Im Moment ist er mit deren Nachfolger unterwegs. Und im Rahmen dieser Tour kam er auch nach Köln, in die dortige »Wohngemeinschaft«. Oder eher: vor die »Wohngemeinschaft«. Denn anders als geplant fand das Konzert auf dem Bürgersteig statt. Ob es am überraschend tollen Wetter dieses »Dann doch noch Sommer«-Abends lag, weiß ich nicht. Jedenfalls hatte Josh Ottum sein Equipment draußen aufgebaut. Diesmal spielte er ohne iPod-Begleitband. Aber seine Lieder funktionieren auch in derlei abgespeckten Ein-Mann-Versionen. Zumindest bei mir. Sonst hätte ich die neue Platte wohl kaum gekauft.

Einen Song vom ersten Album habe ich auch noch mitgenommen. Hier ist das gute Stück:

Christoph unter haltsam | 2 Kommentare


Aug 26 2011

The Year Punk Broke

Auf der Suche nach Videos für den Artikel zum Pukkelpop 91 bin ich auch über einen Film gestolpert, den ich mangels Videorekorder lange Zeit nicht mehr gesehen hatte: »1991 – The Year Punk Broke«. Dave Markey, ein Freund von Sonic Youth, war seinerzeit gebeten worden, deren Europatour im Sommer 1991 mit der Kamera zu begleiten. Dabei ist eine Doku entstanden, die neben diverser Live-Aufnahmen (u.a. auch von Dinosaur Jr., Nirvana, Gumball und Babes in Toyland) auch einige obskure Backstageszenen enthält. Der mehr oder weniger ironische Titel des Films  spielt darauf an, dass Sonic Youth die Zeit gekommen sahen. Für ihren Mainstream-Durchbruch und den ihrer Mitreisenden. Und so falsch haben sie mit ihrer Annahme nicht gelegen: Ein halbes Jahr später hatte es vor allem Nirvana auf die Plattenteller aller Diskos und Jugendheime geschafft. Von Punk war allerdings keine Rede. Die Welt sprach von Grunge.

Zum zwanzigsten Jubiläum dieser Tour haben Sonic Youth angekündigt, den Film Anfang September endlich als DVD herauszubringen. Wer so lange nicht warten möchte, kann sich das Ganze jetzt und hier schon ansehen. Lasst Euch aber dadurch nicht davon abhalten, die DVD zu kaufen. Es soll doch keiner behaupten, wir wären alle nur Ömmesönslömmele.

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Aug 26 2011

Pukkelpop 1991

© metaplot

Ziemlich genau 20 Jahre ist es jetzt her, dass mir dieser unscheinbare weiße Zettel eines meiner besten Festivalerlebnisse beschert hat. Das Pukkelpop 1991 war im Vergleich zu heutigen Veranstaltungen noch sehr überschaubar gehalten. Auf der einzigen Bühne, die an diesem heißen Sommertag in der belgischen Pampa stand, gaben sich dafür aus meiner Sicht fast ausschließlich musikalische Leckerbissen die Klinke in die Hand: Nirvana waren noch ein halbes Jahr von »der Platte mit dem Baby« und dem Durchbruch entfernt. Ride waren unglaublich laut, Dinosaur Jr. unglaublich gut. Black Francis war zufällig in der Gegend und spielte eine Handvoll Pixies-Songs. Sonic Youth machten Dinge mit ihren Gitarren, die ich bis heute nicht verstanden habe. Die Pogues sorgten für Polonaise-Stimmung auf dem gesamten Gelände und die Ramones waren eben die Ramones. Wenn alles gut geht, werde ich noch meinen Enkeln von diesem Tag erzählen. So sah das Ganze damals aus:

Und damit sich jeder auch ein Bild davon machen kann, wie das damals klang, kommen hier noch einige Videos, die ich in den vergangenen Wochen im Netz gefunden habe: Dinosaur Jr. – Freak Scene, Sonic Youth – Schizophrenia, Nirvana – School.

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Aug 23 2011

Düp Düp Düp

Auf einer kleinen Party neulich ist es mal wieder passiert: Zu vorgerückter Stunde trat einer der Gäste mit einer speziellen Bitte an den Gastgeber heran. »Ich habe da so eine CD mitgebracht. Kannst Du die mal einlegen?« Konnte er. Und plötzlich waren sie alle wieder da, die Lieder, die mir in den 90er Jahren Schauer den Rücken rauf- und runtergejagt haben. Haddaway, Ace of Base, Two Unlimited. Eurodance vom – nun ja – Feinsten. Nur diesmal war alles ein wenig anders. Statt zorniger Schweißausbrüche war da nur dieses Gefühl der Sorte »Es gibt Schlimmeres.« Vielleicht hat mich das Älterwerden doch ein wenig milder gemacht. Oder mir zumindest die Erkenntnis gegeben, dass jede CD einmal zu Ende geht. So war es an dem Abend ja auch. Und das Eurodance-Intermezzo blieb ohne Wiederholung.

Und warum erzähle ich das gerade? Weil mir ein paar der Lieder von der CD jetzt wieder untergekommen sind. In einer etwas anderen Form, allerdings. Geradezu herzeigbar. Aber seht (und hört) selbst:


(Originaldüp)

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Aug 4 2011

Aller Anfang

Es ist schon ein paar Jährchen her, dass ich Rage against the machine live gesehen habe. Pfingsten 1993 war das, auf dem PinkPop-Festival im niederländischen Landgraaf. Bei YouTube kursieren Mitschnitte von der damaligen Fernsehübertragung, die in etwa erahnen lassen, wie sich das Erlebnis damals angefühlt hat. Ich habe seitdem eine Menge wütende Bands gesehen, aber nie wieder hat Zorn so wunderbar gebounced. Nach dem Auftritt fühlte ich mich wie von einer Büffelherde überrollt. Auf eine irgendwie schöne Art. »Anger is a gift.« Stimmt schon irgendwie.

Gestern ist mir dann bei Testspiel.de eine Videoaufnahme untergekommen, die belegt, dass das mit dem bouncenden Zorn wohl nicht von vornherein so gewesen ist. Man munkelt, der Film zeige den allerersten Auftritt von Rage against the machine. Komplett! (Womit der Herr in dem rotkarierten Hemd wohl der weltweite Vorreiter in Sachen »Bei RATM abgehen« wäre.) Der Funke springt nur sehr spärlich zum Publikum über. Trotzdem macht es Spaß, die ganzen Lieder, die wenig später meinen Arsch getreten haben, in ihren Frühfassungen zu hören. Und nur um mal einzuordnen, wie schnell das bei denen damals gegangen ist: Zwischen dem Video da oben und dem hier unten liegen gerade einmal anderthalb Jahre.

Voilà, Rage against the machine, Oktober 1991:

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Aug 4 2011

Macht Innermann Druck!

© floyd celluloyd

Fragend schaut Derrick den vermeintlichen Zeugen an: »Kannten Sie den Toten?« »Ach, Herr Kommissar, wann kennt man jemanden schon? Man kennt sich ja selbst kaum heutzutage.«

Ja, wann kennt man jemanden schon? Ist das Kennen überhaupt immer so wichtig? Floyd, zum Beispiel, kenne ich gar nicht. Oder nur das, was ich von ihm im Internet lese und sehe. Daher weiß ich unter anderem, dass Floyd ein Fotograf ist, dass er musikalisch auf Reggae und Reggae-artiges steht. Und dass er diese beiden Dinge auf einer Seite namens »Innermann« unter einen Hut gebracht hat: Dort zeigt er großartige Schwarz-Weiß-Fotos von meist jamaikanischen Musikern, die er im Verlauf der letzten zehn Jahre selbst geschossen hat.

Nach einem Jahrzehnt des Bildermachens möchte er diese jetzt auch in gedruckter Form unter das Volk bringen. Ein 230-Seiten-Buch liegt im fertigen Layout daheim und wartet darauf, gedruckt zu werden. Weil sich das vor allem finanziell als nicht so einfach erweist, sucht Floyd aktuell Sponsoren und/oder Spender, die ihm bei der letzten Etappe seines Buch-Traumes unter die Arme greifen. Wer sich mit diesem Anliegen angesprochen fühlt, schaut für weitere Informationen am besten einmal bei Innermann vorbei. Vergesst nicht, Euch die Fotos in der dortigen Gallery anzusehen. And spread the Word. (Bildquelle: Screenshot)

Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar


Jul 22 2011

Hören, Gucken, Lesen

© Daytrotter

Vor einiger Zeit bin ich durch Zufall auf eine Seite namens »Daytrotter« gestoßen. Wenn ich mich nicht irre, hatte ich seinerzeit ein Lied von Bob Mould gesucht. Der Verdacht liegt jedenfalls nahe, denn Lieder gibt es dort jede Menge. Seit mittlerweile fünf Jahren aktualisiert eine Handvoll Musikenthusiasten das Angebot fast täglich. Und bei jedem Upload handelt es sich um exklusives Material. Die Songs selber sind meist bekannt, für »Daytrotter« werden sie noch einmal ganz neu aufgenommen. Oder besser: bei »Daytrotter«. Denn die Handvoll Enthusiasten haben ein Studio in der Hinterhand. Im schönen Städtchen Rock Island, Illinois. Nomen est omen.

Genau dahin laden sie Musiker ein, die gerade auf Tour und dadurch in der Nähe sind. In Sachen Genre werden keine Grenzen gesetzt. Von Hip Hop, über Elektopunk bis hin zu Folk ist jede Sparte schon vertreten gewesen. Jedem Künstler und jeder Band werden zwei Stunden in die Hand gegeben, in denen sie sich austoben können. Dabei ist schon eine ganze Reihe sehr interessanter Sessions herausgekommen, die sich alle im Archiv der Seite finden lassen. Dort kann man sie entweder direkt anhören oder für vollkommen umsonst herunterladen. (Zum Download wird ein Client installiert, der zumindest bei mir völlig einwand- und virenfrei funktioniert.) Das Ergebnis ist stundenlanger Spaß von A wie »…and you will know us by the Trail of Dead« bis Y wie »Yuck«. Eine Illustration jedes Acts, sowie ein kurzes Essay zum jeweiligen Künstler runden das liebevolle Angebot ab. So hat man beim Hören auch noch was zu gucken und zu lesen.

Warum ich das alles erzähle? In den vergangenen Tagen habe ich zwei Gespräche geführt, in denen ich irgendwann auf »Daytrotter« zu sprechen kam. Beide Gesprächspartner sind große Musikliebhaber, kannten die Seite bisher nicht und haben sich mächtig über das Kennenlernen gefreut. Darum dachte ich, dass es vielleicht noch mehr Leute gibt, die diesen Hinweis unbedingt unter die Nase – oder ins Ohr – gerieben bekommen möchten. Schon passiert. (Bildquelle: Screenshot)

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Jul 4 2011

B. spezial

Heute feiert nicht nur die amerikanische Unabhängigkeit ihren Geburtstag. Auch ein enger Freund des Hauses wird auf einen Schlag ein ganzes Jahr älter. Und weil der auf diesen Seiten schon mehrfach erwähnte Thomas so ein großer Fan von Dinosaur Jr ist, lassen wir ihm von Herrn Mascis und Konsorten gleich fünf Ständchen bringen. Quasi als kleinen Vorgeschmack. Denn morgen schnappen wir uns den Thomas und fahren mit ihm nach Antwerpen. Und alle so: Yeah!

Die Ständchen: ein großartiger Auftritt bei MTV aus dem Jahr 1994. Damals hatten Thomas und wir auch schon Geschmack.

Alles Liebe und Gute zum Geburtstag, Thomas.

Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar