Jun 9 2009

Nach der Wahl ist vor der Wahl

METAPLOT auf politologischer Pirsch

PBC

© PBC

Das is´ ja total clever. Einen Artikel zur Europawahl zwei Tage nach dem Urnengang, der schon vorher niemanden wirklich interessierte. Bin halt vorher nicht dazu gekommen und außerdem soll´s hier auch nicht um jubilierende Silvanas und knötternde Martins gehen, sondern um die Gutelaunemacher eines jeden Wahlgangs, die Sonstigen. Klar auch bei denen gibt es böse und unangenehme Gesellen, aber im Allgemeinen sind sie ganz possierliche kleine Kerlchen, denen viel zu wenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Ich finde es schön, dass viele Splittergruppen in der Lage sind, sich parteilich zu organisieren und sich auch von miserablen Ergebnissen nicht entmutigen lassen. … weiter

Amien unter haltsam | 4 Kommentare


Feb 12 2009

Blauäugig davongekommen

Hinterfragen kostet nix nur Zeit.

bild.de

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Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2009. Noch immer scheint es Menschen zu geben, die glauben, im weltweiten Netz die Wahrheit finden zu können. Und nichts als die Wahrheit. Naivität ist ja auch grundsätzlich niemandem vorzuwerfen. Wenn man damit allerdings hausieren geht, kann das leicht im Fettnäpfchen enden. Ein schönes Beispiel für solch peinliche Momente wurde gestern Abend geboten. Da stellten »Rheinische Post« und »Bild« eine Eilmeldung online, die sie kurz zuvor auf der Homepage von Schalke 04 entdeckt hatten: »Kevin Kuranyi gefeuert.« Eine Sensation. Wenn es denn gestimmt hätte. Hat es aber nicht. … weiter

Christoph unter irdisch | 5 Kommentare


Jan 18 2009

Manno, ihr seid blöd.

Von alten Herren und kleinen Kindern.

YouTube Preview ImageIrgendwie hat man sie ja ziemlich liebgewonnen, die alten Journalistenhaudegen, die uns die Welt erklären. Allerdings gilt es auch hier zu differenzieren (Ihr wisst schon: »Es gibt kein Schwarz und Weiß, sondern nur Schattierungen von grau«). Dieter Kronzucker zum Beispiel, der Erfinder des trotz Tobias Schlegel immer noch sehenswerten Satiremagazins »Extra 3«, moderiert auf N24 die Sendung Kronzuckers Welt (auch in der Kosmosversion erhältlich) und beschränkt sich dort auf die Ansage hochbrisanter Dokumentationen mit Titeln wie »Tresorbau – Müller Safe« oder »Ausbildung zum Euro-Fighter-Piloten«. … weiter

Amien unter den nägeln | Kein Kommentar


Jan 16 2009

Aus für das Blackberry?

Oder ab sofort der Dauerbrenner im Weißen Haus?

Das würde uns vordergründig wohl allen gefallen: jedes Memo, jede E-Mail, jeder Brief, eben alles, was an Korrespondenz unserer Volksvertreter anfällt, ist Eigentum des Staates und damit unser Eigentum. Die Konsequenz wäre demnach, dass auch wir alles lesen könnten, was an mehr oder weniger intimen Belanglosigkeiten auf Rechnern, Handys, PDAs, in Arbeitsmappen oder ähnlichem schlummert. Eine Annäherung zur Gleichheit der Kontrollinstrumente wäre hergestellt.

© Joey Peter
© JoeyPeter

Der geneigte Wähler und auch die Wählerin könnte nach systematischer Auswertung aller Informationen erkennen, wie es beispielsweise zum Schwarz-Roten Schläubleschen Lauschangriff 2.0 kommen konnte und: zurückschlagen. Erste Chatversuche der Kanzlerin würden ihr im besten Fall mieseste Presse und kurzzeitig ein Umfrageminus einbringen.  Jedoch E-Mailverkehr im Dienste der »deutsch-französischen Freundschaft« könnten ihr das Genick brechen…
Nur eine einer schier unendlich anmutender Zahl an Möglichkeiten, wie Politik für jeden Bürger »transparenter« wäre.
Zu Beginn seiner Amtszeit stimmte George W. Bush dieses beschriebene, in den USA äußerst reale Szenario Namens »Presidental Records Act« sehr traurig. Nicht ohne Grund. Denn auf der anderen Seite des Teichs tickt das Gemüt des Weltbürgers etwas anders. Wir erinnern uns: Eigentum des Staates, des Bürgers, des Journalisten, des Winkeladvokaten. Und da liegt genau das Problem. Was einst der Kontrolle diente, ist nun schon lange nicht nur machtpolitisches Druckmittel. Ähnlich wie McDonalds oder die Tabakindustrie verklagt wird, ist ein Präsident  ebenso angreifbar, achtet er nicht peinlichst auf seine Kontakte und den damit verbundenen Schriftwechsel. Außerdem reicht ein kleines Amouröschen aus, um einen Präsidenten aus dem Weißen Haus zu vertreiben. … weiter

Tom unter haltsam | Kein Kommentar


Jan 1 2009

Obamania

…die hoffentlich Letzte.

YouTube Preview ImageDamit fing im Prinzip alles an. Will.I.am (der sich Gerüchten zu Folge demnächst Will.we.can nennen will), seines Zeichens Mastermind der Hip-Pop-Combo Black Eyed Peas, hörte eine Rede von Barack Obama, die dieser nach seinem Vorwahlsieg in New Hampshire hielt und entschloss sich kurzer Hand den schwarzen Kennedy zu unterstützen. Fluchs ein paar Akkorde auf der bereitstehenden Gitarre zusammengeklampft, Kumpels angerufen, unter denen sich glücklicherweise ein Regisseur und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens befanden, und nur wenige Tage später lief das schwarz-weiß-Video bei allen Videoanbietern rauf und runter. … weiter

Amien unter irdisch | 2 Kommentare


Dez 20 2008

Wo drückt der Schuh?

Eine kurze Medienanalyse.

Inzwischen dürfte jeder die Schuhattacke des irakischen Journalisten Montasser al-Saidi auf den US-amerikanischen Noch-Präsidenten Bush gesehen haben. Wie so oft hallt eine solche Youtube Heavy-Rotation im Internet nach. Gibt man beispielsweise den Suchbegriff »shoe attack« beim Videodienstleister ein, erhält man nicht weniger als 2490 Ergebnisse (diese Zahl dürfte im Moment ihres Getipptwerdens bereits überholt sein). Darunter finden sich Aufnahmen der Szene mit Originalton oder wahlweise mit fetzigem Eurotechno unterlegt (diese Jugendlichen scheinen aber auch auf alles jumpzustylen). YouTube Preview ImageDarüber hinaus gibt es zahllose mehr oder weniger witzige Pennälervideos, in denen picklige und schuhbewaffnete Teenager die Schuhwurfszene und/oder ihren Mitschülern nachstellen. Auch zahlreiche Videos von Sympathiedemonstrationen wurden bereits hochgeladen. Hier ein Beispiel aus Beirut, bei dem es zum guten Ton gehörte, mit mindestens drei Schuhen anzureisen. … weiter

Amien unter irdisch | Kein Kommentar


Nov 25 2008

Die Qual der Wahl

Monica, Barack und ein Sommermärchen im November

Hundertsieben Prozent?

© Spiegel Online

Mittwoch, 5. November 2008, sehr früh: Die US-Präsidentschaftswahl läuft auf vollen Touren. Im ARD-Programm wühlt sich Sportschauschönheit Monica Lierhaus als Gastgeberin einer Talkrunde durch fremdes, weil nahezu politisches Terrain. Mit stündlich wechselnden Gesprächspartnern, allesamt deutsche Staatsbürger und aus unterschiedlichen Gründen in den USA lebend, kommentiert sie die Ereignisse der Nacht. »Sehen Sie nicht auch eine Parallele zwischen der Begeisterung für Barack Obama und der während der Fußball-WM 2006 in Deutschland?« Als sich mit Gallerist Leo Koenig das fünfte Opfer für diese schier unausweichliche Frage gefunden hat, wird es endgültig Zeit, den Ton am Fernseher stumm zu schalten. Es ist 4:40. … weiter

Christoph unter irdisch | Kein Kommentar