Mrz
29
2009
Läuft doch bei ARTE.
Wir müssen ARTE dankbar sein. Nicht nur für den einen oder anderen interessanten Themenabend, sondern auch dafür, TV- und Kinoschund aus den Abgründen des Unterschichtenfernsehens ins Bildungsbürgertum zu holen. Nachdem im letzten Jahr Russ Meyer mit einer Retrospektive geadelt wurde, besteht nun die Möglichkeit »Fackeln im Sturm« ohne schlechtes Gewissen anzusehen. Und dies lohnt sich durchaus. Vor allem wenn man zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung ein pubertierendes, um sein Halbstarkenimage bemühtes Jüngelchen war. Junge was haben mich George Hazard und vor allem Orry Main genervt. Oder war es eher die gottgleiche Verehrung, die alle Mädchen aus der Klasse entweder dem einen oder dem anderen entgegenbrachten? Eine von mir als potentielle erste Freundin Auserkorene reiste zur Klassenfahrt nach Freiburg sogar mit einem ganzen Satz Patrick Swayze-Poster an, um die Jugendherberge wohnlicher zu gestalten. Wie dem auch sei, mein Blick für die Schönheiten dieses TV-Denkmals war auf jeden Fall getrübt. … weiter
Amien unter haltsam | 3 Kommentare
Mrz
4
2009
»Da hab´ ich mitgespielt. Ehrlich«
Kleine Quizfrage zu Beginn: Wer ist Recklinghausens berühmtester Sohn? Stimmt: Hape Kerkeling. Aber auch Ralf Möller ist nicht unbekannt. Der 1959 geborene ›Hollywood-Star‹ hat sich kontinuierlich vom Bademeister (hat nach eigenen Angaben Hape das Schwimmen beigebracht) zum Mr. Universum hoch gearbeitet und begann Ende der 1980er Jahre ins Filmgeschäft einzusteigen. Nach seinem ersten Kurzauftritt im Tatort (immerhin mit Schimanski) übernahm Möller auch Rollen in Hollywood-Produktionen. 1997 dann der große Durchbruch als Titelheld in der US-Serie »Conan«. Größter Erfolg, den er uns immer wieder unter die Nase reibt, war die Rolle des Hagen in Ridley Scotts »Gladiator«. Jetzt hat er ein Haus in Malibu, zählt Arnold Schwarzenegger zu seinen Freunden und kann lecker Zigarre rauchen. … weiter
Amien unter irdisch | 3 Kommentare
Feb
18
2009
»Musst Du gesehen haben«
Sicherster Weg, um auf dem Schulhof ins soziale Abseits zu geraten? Zu meiner Zeit gab es neben dem Gummitwisten noch eine weitere Möglichkeit. Man musste montags auf die Frage »Hast Du am Samstag bei ›Wetten Dass‹ diesen Typen gesehen, der den LKW auf die Biergläser gestellt hat?« einfach mit »Nö hab´ ich nich´ gesehen« antworten. Schon war man zum Kästchenhüpfen oder für Klatschspiele freigestellt. Damals, als es nur drei Programme und den Sendeschluss gab, beherrschten bestimmte Sendungen den schulhöfischen Diskurs, wie es heute nur noch selbstgedrehte Gewaltvideos tun. Neben der Wettshow war das vor allem »Verstehen Sie Spaß?«, das heute witziger- oder vielmehr unwitzigerweise von Frank Elstner moderiert wird (oben mein alltimefavourite aus seeligen Paola und Kurt Felix-Zeiten sehen). … weiter
Amien unter schätzt | 3 Kommentare
Nov
24
2008
Britain’s got talent,…

© Wikiup Dog
Da hat eine dieser seuchenartig verbreiteten Castingshows also tatsächlich einmal einen sympathischen Sieger hervorgebracht. Das ist jetzt zwar schon ein Jahr her, doch manchmal gehen Dinge des öffentlichen Lebens eben einfach an einem vorbei. Vor allem, wenn sie nicht direkt vor der eigenen Haustür passieren. Dank Telekom-Werbespot wird man dafür jetzt doppelt und dreifach mit der unglaublichen Geschichte dieses britischen Tenors versorgt, der ein weiteres Kapitel in das gute, alte »Vom Tellerwäscher zum Millionär«-Buch geschrieben hat. Ende Dreißig ist der Gute, stammt aus einfachen Verhältnissen und als Kind wollte er Pfarrer werden. Des Singens wegen. Früh hat er in diversen Chören gesungen, bevor ihn ein Blinddarmdurchbruch 2003 beinahe zur Aufgabe dieser großen Leidenschaft gezwungen hätte. Vier Jahre nach dem Blinddarm gelang dann auch dessen Besitzer der Durchbruch. Durch einen Sieg in der TV-Sendung »Britain’s got talent« wurde aus dem unscheinbaren Handyverkäufer auf einen Schlag ein gefeierter Medienstar. Von der ersten Gage hat er seine schiefen Zähne richten lassen und eine Safari mit seiner Ehefrau gebucht. Und obwohl er sich inzwischen feinsten Zwirn leisten kann, … weiter
Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar