Mai
4
2011

© Sean Hart
Die Informationen sind ein bisschen spärlich. Aber man muss ja auch nicht immer alles wissen. Was ich über »Fuck the Sandman« weiß, ist jedenfalls ziemlich flott zusammengefasst: Ein Mann namens Sean Hart schreibt in einem Ort namens Paris seit dem vergangenen Jahr Botschaften auf Matratzen, die er am Wegesrand findet. (Vielleicht legt er die da auch selber hin. Soweit gingen die Informationen auf seiner Seite dann auch wieder nicht. Ich habe mich beim Anschauen der Bilder für die Variante »Künstler bemalt Sperrmüll« entschieden.) Die Nachrichten, die er hinterlässt, drehen sich im Großen und Ganzen um die Themen Schlafen und Träumen. Und die Matratzen sind hinterher immer noch benutzbar. So wird keinem Clochard im Namen der Kunst der Schlafplatz geklaut. Weiter so, Sean. Und danke fürs Zeigen, Jürgo. (Bildquelle: Fuck the Sandman)
Christoph unter haltsam | Ein Kommentar
Apr
19
2011
Postpunk und Neue Deutsche Welle
Gerade erst neulich habe ich hier eine Doku verlinkt, die sich mit dem späten Punk und der frühen Zeit danach befasste. Jetzt habe ich ein weiteres Werk zu dem Thema entdeckt – im Gegensatz zum 1980 gedrehten Film aber aus der heutigen Sicht. Und mit der Weisheit von 30 Jahren dazwischen bietet diese Doku eine prima Ergänzung zu der anderen. Rohe Schilderung aus dem Mittendrin da – Rückblick, Bewertung und O-Töne von gealterten Protagonisten hier. Zudem nimmt dieser erste Teil der arte-Reihe »Welcome to the 80’s« (Weitere Teile finden sich im YouTube Kanal von coxe68.) auch den deutschen Zweig des Postpunk unter die Lupe – Ausverkauf via Hitparade, inklusive. Um es mit den Specials zu sagen: »Enjoy yourself, it’s later than you think.«
Christoph unter haltsam | 5 Kommentare
Feb
24
2011
Kunst am Straßenrand
»I want to wake up in a city that never sweeps.« Wäre Ol’ Blue Eyes Frank Sinatra mit einer Hasenscharte Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zur Welt gekommen, hätte er wahrscheinlich eher Sofia besungen als New York. Denn in der bulgarischen Hauptstadt wird die Straße nicht gekehrt. Zumindest habe ich das so beim Durchschauen des Blogs verstanden, den ich neulich bei Auhuur entdeckt habe. Alles hat sich mir wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht erschlossen, weswegen ich mich hauptsächlich mit dem Betrachten der Bilder auf der Seite beschäftigt habe. Und die zeigen die »Trash Loverz« beim Verschönern des Gerölls, das sie auf der Straße finden. Die Ergebnisse sind absolut sehenswert. Ganz besonders gefällt mir das Video dort oben, in dem man den Damen und Herren beim Werkeln zuschauen kann. Kalligraphie nur mit einem Filzstift: Alle Achtung!
Christoph unter haltsam | Kein Kommentar
Feb
14
2011
Es gab Schlimmeres.
Vor vielen, vielen Jahren gab es eine Zeit, in der wir drei von METAPLOT auch einmal Musik gemacht haben. Amien und ich an den Gitarren, Tom hat gesungen und das Ganze (plus Bassist Thomas und Schlagzeuger Robert) nannte sich »Rauschfilter«. Mitte der 90er war das. Vielleicht wird hier irgendwann einmal ein Anekdötchenfeuerwerk aus dieser Zeit abgebrannt. Erst einmal möchte ich aber auf das hinaus, was nach »Rauschfilter« kam. Während ich nach wie vor die Gitarre umhängen hatte, war Tom an die Trommeln gerückt. Immer-noch-Bassist Thomas und Gitarrist/Sänger Christian komplettierten »The Wiggum Idaho«. Ein lässig klingender Name, dem wir sogar eine gewisse Bedeutung zugeschrieben haben. Und die ging so: In einer Folge der Simpsons mussten sich die Schulkinder von Springfield als US-Bundesstaaten verkleiden. Der Sonderpreis für die Kinder, deren Eltern offensichtlich nicht mitgeholfen hatten, ging an Lisa und eben Ralph Wiggum, der sich lediglich ein Schild mit der Aufschrift »Idaho« um den Hals gehängt hatte. Sein Satz »I’m Idaho.« (In Ermangelung der englischen Fassung da oben in – ja in welcher Sprache eigentlich? – zu sehen.) wurde uns zur Maxime. Der Bandname war ein Eingeständnis an das eigene Unperfektsein. So sahen wir uns und unser musikalisches Schaffen schließlich. Mit der Weisheit des Alters möchte ich diese Erklärung im Nachhinein als kokettierenden Bullshit abtun. Ein cooler Name ist »The Wiggum Idaho« trotzdem irgendwie. Oder? … weiter
Christoph unter haltsam | 5 Kommentare
Dez
6
2010
Beim Brainstorming ist alles erlaubt. Eine Runde freies Assoziieren hat noch niemandem geschadet. Schalke gegen Bayern, große Bühne, Diven, Fußballoper. Das kann man mal vor sich hin denken. Aber muss aus diesen Gedankengängen gleich ein brandneues Konzept für eine Fußballübertragung gemacht werden? Der Sender Sky hat diese Frage am vergangenen Samstag mit »Ja« für sich beantwortet. Und so sind die Kunden des Bezahlsenders beim Abendspiel der Bundesliga in einen ganz besonderen Genuss gekommen. Einen ganz besonders seltsamen Genuss. Während auf Tonoption 1 Marcel Reif das Spiel kommentierte, übernahm diese Aufgabe auf Kanal 2 gleich ein ganzes Quartett. Frei improvisierend, boten vier Opernsänger den Ton zum bewegten Bild. Eindrucksvoll haben sie dabei unter Beweis gestellt, dass Arien nur sehr bedingt freestyletauglich sind. Vor allem aber, dass man beim freien Assoziieren auf eine Menge Quatsch kommen kann.
Christoph unter irdisch | 4 Kommentare
Aug
7
2010
Zweiter Teil

© screams for your heart
Ich stehe in einem Kölner Club. Auf dem Plan stehen Escapado. Eine vierköpfige Screamo-Gruppe aus Kiel und Flensburg. Ich bin alt, älter jedenfalls als die meisten anderen Konzertbesucher. Abgeklärt bewege ich mich im hinteren Teil des Etablissements. Ich lehne entspannt an der Theke und nippe ab und an an meinem Kaltgetränk. Nichts kann mich aus der Ruhe bringen. Auch als die vier Jungs aus dem Norden auf die Bühne kommen, bin ich kalt wie Eis und harre der Dinge, die da kommen. … weiter
Amien unter schätzt | 2 Kommentare
Dez
17
2009
Von der Straße in die Galerie
Wenn es um Graffiti geht, bin ich relativ wählerisch. Bilder, die sich über eine komplette Hauswand oder einen Zugwaggon erstrecken, sind beispielsweise eher nicht mein Ding. Dabei halte ich solcherlei Werke durchaus für Kunst. Doch auch wenn mich die Oldschool-Fraktion jetzt wahrscheinlich für einen Banausen halten wird, sind diese »Pieces« für meinen Geschmack oft zu groß, zu verspielt und zu bunt. Natürlich gibt es Ausnahmen. Am meisten begeistern mich allerdings die kleinen, dezenten Sprühereien, über die man eher zufällig stolpert. (Nein, nicht »Tags«. Deren Sinn kann ich, ehrlich gesagt, überhaupt nicht nachvollziehen. Laut Wikipedia laufen die unter dem Oberbegriff »Revier markieren«. Hunde regeln so etwas über das Pinkeln. Dem ambitionierten Street-Styler hingegen bleibt in seiner Hood nur das Hinterlassen eines möglichst unleserlichen Logos. Immerhin sieht das deutlich mehr nach Kunst aus als ein schnödes »Kevin was here«.) Mal ist es ein Slogan, mal ein Bild. Meist sind sie mit Schablonen in irgendwelche Ecken gesprüht worden, um mich von da aus zum Schmunzeln zu bringen. Oder auch zum Nachdenken. Idealerweise zu beidem. Weil ich diese anonymen Botschaften seit einiger Zeit auf Fotos »sammle«, gibt es nach dem Klick eine ganze Galerie davon. Einer meiner Lieblinge ist leider nicht dabei. Zu der Zeit als »Dieser Satz kein Verb« auf einem Aachener Bürgersteig stand, hatte ich noch nicht ständig einen Fotoapparat in der Tasche. Auch nicht im Telefon. … weiter
Christoph unter wegs | Kein Kommentar
Jul
14
2009
Das Duschklo
Let’s rock!
Donnerwetter!
Hallenandacht
.
Gut durcherhitzen
die Schönheit
Cool
Auf ein Neues
.
Investition fürs Leben
. … weiter
METAPLOT unter wandert | 2 Kommentare
Mai
12
2009
Die letzte Klappe.
Es wird Zeit für die letzten Beiträge der Kurzfilmtage. Oberthema war – ihr werdet euch erinnern – Stop and Motion. Nach einer spektakulären Wolf-Schwein-Verfolgungsjagd, schönen Musikvideos und einem 9 to 5-Video, werden wir uns heute unter anderem ums Kochen kümmern.
Im ersten der Filme wird Spaghetti Bolo mit recht ungewöhnlichen Zutaten zubereitet. Wir sehen Zauberwürfelspeck, Mikadopasta und Würfelzucker:
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Amien unter haltsam | Kein Kommentar
Mai
7
2009
Ich bleib´ hier noch ein bißchen liegen.

© Annetta82
Recht filmlastig die vergangenen Tage auf METAPLOT. Egal. Es gibt halt einfach viele schöne davon. Nachdem Pale ihr sehr gut hör- und sehbares Video nachgereicht hatten, entschlossen sich noch weitere Filmemacher kurzfristig zur Teilnahme an den METAPLOTER Kurzfilmtagen. Da wir ein junges Festival sind, dessen verkrustete Strukturen sich erst noch herausbilden müssen, haben wir ganz unbürokratisch reagiert und stellen sie hier vor.
Zuerst gibt es einen Halbminutenquickie, der zeigt wie wichtig es sein kann, den Film mit dem richtigen Sound zu unterlegen. … weiter
Amien unter haltsam | Ein Kommentar