Mrz 28 2011

Ich gestehe

Bekenntnis einer Nicht-Leidenschaft

Ich habe es wirklich versucht. Immer wieder habe ich die beiden Platten aufgelegt, die ich von dieser Band besitze. Auch Konzerte habe ich ausprobiert. Aber irgendwann muss es auch mal gut sein. Darum gestehe ich jetzt und hier: Ich kann mit den Pixies nichts anfangen. Da hilft es auch nichts, dass etliche Leute sie für wichtig halten, dass viele meiner Lieblingskünstler sie als Inspirationsquelle nennen. Die Musik packt mich einfach nicht. Ein paar Lieder halte ich für okay. Das war es dann aber auch schon wieder. Wahrscheinlich werde ich mit meinem Bekenntnis nur wenig Zustimmung ernten. Immerhin gehören die Pixies zum kleinen Einmaleins der gitarrenlastigen Musik. Das musste jetzt trotzdem mal raus.

Wenn ein Song überhaupt etwas bei mir bewirkt, dann ist das »Where is my mind?«. Das liegt vor allem daran, dass er den Abspann von »Fight Club« untermalt. Und seit heute auch daran, dass man ihn prima covern kann. So wie das etwa The Petebox in dem Video macht, das mir Nerdcore/Crackajack heute unter Nase und Ohren gerieben hat: ein Mann, eine Gitarre, ein Loopmaschinchen. Alles live. Zweitverwertet kann ich dann plötzlich doch was mit den Pixies anfangen.

Christoph unter haltsam | 2 Kommentare


Aug 7 2010

Lieblingslied

Zweiter Teil

© screams for your heart

Ich stehe in einem Kölner Club. Auf dem Plan stehen Escapado. Eine vierköpfige Screamo-Gruppe aus Kiel und Flensburg. Ich bin alt, älter jedenfalls als die meisten anderen Konzertbesucher. Abgeklärt bewege ich mich im hinteren Teil des Etablissements. Ich lehne entspannt an der Theke und nippe ab und an an meinem Kaltgetränk. Nichts kann mich aus der Ruhe bringen. Auch als die vier Jungs aus dem Norden auf die Bühne kommen, bin ich kalt wie Eis und harre der Dinge, die da kommen. … weiter

Amien unter schätzt | 2 Kommentare


Feb 21 2010

Ode an die Bayern

Mir san mir in Süd-Kalifornien.

Matthias Anthony Granic

© Matthias Anthony Granic

Eigentlich ist die Geschichte ein zweieinhalb Jahre alter Hut. Für Internetverhältnisse also mehr als alt. Aber irgendwie kann ich nicht widerstehen, ihn trotzdem aufzusetzen. Wohlwissentlich, dass der eine oder andere Leser diesen langhaarigen Adonis hier im Bild noch nicht kennt. Sein Name ist Matthias Anthony Granic. Das wird er Euch aber gleich noch selbst erzählen. Wie viele Menschen auf diesem Planeten mag Matthias Fußball. Für seinen Lieblingsverein, den FC Bayern München, würde er offensichtlich sein letztes Hemd hergeben. Oder eben eine Hymne schreiben, die er dann völlig selbstlos der Marketing-Abteilung des deutschen Rekordmeisters zur Verfügung stellt. Ob sich die jemals bei ihm gemeldet hat, konnte ich nicht in Erfahrung bringen. Meine Interviewanfrage blieb leider unbeantwortet. Auch unter der angegebenen Telefonnummer habe ich niemanden erreichen können, der Granic heißt. So müssen wir uns dann eben mit den Videos begnügen, die Matthias in die Welt gesetzt hat. Dabei hätte ich noch so viele Fragen gehabt. … weiter

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Jan 16 2010

Prügelknabe

5 (in Worten: Fünf)!

YouTube Preview ImageDrei Jahre war Jonah alt, als er anfing, mit Löffeln auf leeren Dosen herum zu trommeln. Eines schönen Tages fragte ihn sein Vater, ob er vielleicht ein richtiges Schlagzeug haben wolle. Und Sohnemann wollte. Also bekam er ein Drumkit hingestellt, das seither täglich von ihm bearbeitet wird. Inzwischen ist Jonah fünf. Der Überlieferung nach hat er bis zum heutigen Tag keine einzige Unterrichtsstunde genommen, sich alles durch fleißiges YouTube-Gucken selbst beigebracht. Da soll noch einmal jemand behaupten, dass man im Internet nur Quatsch lernt. Noch mehr von dem Prügelknaben gibt es auf seiner Homepage. Die wird allem Anschein nach von seinem Vater betreut. Aber das kann Jonah in naher Zukunft auch selber übernehmen. Wenn alles ganz normal läuft, kommt er ja demnächst in die Schule.

Christoph unter haltsam | Ein Kommentar


Mai 7 2009

Handgemachte Musik

Kunst kommt von Können.

Gerry Phillips

© Gerry Phillips

Diese Hände hier sind eher vom Leben als von Albrecht Dürer gezeichnet. Und auch wenn eine gewisse Ähnlichkeit nicht zu verleugnen ist, beten sie gerade gar nicht. Sie machen Musik. Denn Gerry Phillips, der Mann am anderen Ende der dazugehörigen Arme, ist ein Manualist. Uneingeweihte würden ihn vielleicht schlicht als Handfurzer bezeichnen, was seinem außergewöhnlichen Talent aber nicht wirklich gerecht werden würde. Zusammengepresste Luft klingt nun einmal immer ein wenig nach Darmwind. Doch wenn Gerry loslegt, hat das nur noch sehr entfernt mit den ungezählten Pennälerscherzen rund um den Globus zu tun. Der Endvierziger aus Detroit furzt spielt ganze Lieder mit seinen Händen. Seit fast vierzig Jahren. … weiter

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar