Nov 15 2011

Occupy Platanen

Wenn Bürger „Wood” haben

© Roberto Verzo

„Yes we can“ schmetterte es uns vor drei Jahren von allen demokratischen US-Wahlkampfbühnen entgegen. Der Slogan des heutigen Präsidenten Barack Obama elektrisierte zunächst seine Anhänger und nervte dann aber zusehends, weil jeder, aber auch wirklich jeder ihn okkupierte. Negativer Höhepunkt dürfte wohl die Schmacht-Schnulze „Yes we can“ von Howard Carpendale gewesen sein.

Apropos okkupieren. Das scheint wohl der nächste Kandidat für ein globalisiertes Schlagwort zu sein. … weiter

Amien unter irdisch | 2 Kommentare


Apr 16 2011

Weil Joachim sich die Zähne putzen darf

© intelligentinfo

ist sein Leben reicher

Ganz nah ran an den Endkonsumenten wollte die Zeit und schenkte deshalb vor gut einem Jahr ihren Lesern eine ganze Seite. Die Zeit der Leser. Da ich selber Endkunde bin, gab ich dem neuen Produkt eine faire Chance und gewann sogar die eine oder andere Rubrik lieb. Bei »Leser fragen, Leser antworten« beispielsweise profitierten die neugierigen von den klugen Lesern. So konnte ich erfahren, weshalb England, Wales, Schottland und Nordirland eigene Nationalmannschaften haben, obwohl sie doch zum gleichen Staat gehören. Wollte ich immer schon mal wissen. Prima. Leider wurde diese Kategorie inzwischen eingestampft. … weiter

Amien unter haltsam | Kein Kommentar


Mrz 10 2009

Im Land der Menschen

Blindtexte auf großer Fahrt

sueddeutsche.de

© sueddeutsche.de

Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Und dennoch zieht es einige von ihnen hin und wieder in die Welt der Menschen. Als Beweis ihrer erfolgreichen Ankunft (und unbemerkt von Lektorat und Korrektur) senden sie dann mittels Zeitungen und Magazinen kleine Grüße an ihre daheim gebliebenen Freunde. Gerade gestern waren wieder zwei Blindtexte unterwegs. … weiter

Christoph unter bewusst | Ein Kommentar


Feb 12 2009

Blauäugig davongekommen

Hinterfragen kostet nix nur Zeit.

bild.de

© bild.de

Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2009. Noch immer scheint es Menschen zu geben, die glauben, im weltweiten Netz die Wahrheit finden zu können. Und nichts als die Wahrheit. Naivität ist ja auch grundsätzlich niemandem vorzuwerfen. Wenn man damit allerdings hausieren geht, kann das leicht im Fettnäpfchen enden. Ein schönes Beispiel für solch peinliche Momente wurde gestern Abend geboten. Da stellten »Rheinische Post« und »Bild« eine Eilmeldung online, die sie kurz zuvor auf der Homepage von Schalke 04 entdeckt hatten: »Kevin Kuranyi gefeuert.« Eine Sensation. Wenn es denn gestimmt hätte. Hat es aber nicht. … weiter

Christoph unter irdisch | 5 Kommentare


Jan 28 2009

Wer rastet, der rostet

Von Ex-Cops, Queens und den Medien

Krankman

© Krankman

Australien ist so ein großes Land. Da müsste sich doch problemlos die eine oder andere Parzelle finden lassen, die ein rüstiger Rentner beackern kann, wenn ihm die Decke auf den Kopf fällt. Auch in den Städten dürften sich »Down Under« Betätigungsfelder für das Leben nach dem Job auftun: Falschparker aufschreiben beispielsweise. Das füllt das Leben vieler ehemaliger Arbeitnehmer hierzulande schließlich auch mit Sinn. Als ehemaliger Polizist wäre Cliff McHardy dafür ja geradezu prädestiniert. Aber da ist es dem 81-Jährigen nicht nach. Viel lieber holt er einen uralten Kriminalfall aus der Truhe, um ihn nach fast vier Jahrzehnten vielleicht doch noch zu lösen. Dabei ist damals eigentlich gar nichts passiert. Oder zumindest nicht viel. Ein Holzbalken lag 1970 auf australischen Gleisen herum. Jemand hat ihn entfernt und der heran nahende Zug ist einfach weitergefahren. Fertig? Nein, nicht ganz. … weiter

Christoph unter bewusst | Kein Kommentar


Jan 21 2009

Zeichen gesetzt

Ein kleiner Gruß aus dem Demnächst

New York Times

© New York Times

Laut »New York Times« will ein Archivar beim Digitalisieren einiger historischer Zeitungsartikel kürzlich das erste Emoticon der Menschheitsgeschichte entdeckt haben. Dass es sich bei der fraglichen Bleiwüste ausgerechnet um eine Seite der »New York Times« vom 7. August 1862 handelt, ist wahrscheinlich nur Zufall. Eigenlob Marke »Wer hat’s erfunden?« hat dieses altehrwürdige Blatt doch gar nicht nötig. Jedenfalls hat der Artikel über diesen wegweisenden Fund eine mittelschwere Diskussion losgetreten. Ist das Ganze ein Versehen, eine versteckte Anmerkung des Reporters oder gar der Geniestreich eines visionären Setzers? Muss am Ende die Geschichte der schriftlichen Kommunikation neu formuliert werden? … weiter

Christoph unter haltsam | Kein Kommentar


Jan 7 2009

Musk macht mobil

Peterchen’s Mondfahrt war gestern

mars

© NASA

Bei allem Jammern über fehlendes Geld und drohende Rezession darf man eines nicht vergessen: Reich zu sein, ist auch nicht immer leicht. Richtig reich zu sein erst recht nicht. Nahezu täglich muss sich der Wohlhabende von Welt mit der Frage auseinandersetzen, was er denn nun mit dem ganzen Schotter anfangen soll. Schließlich gibt es eine Menge Möglichkeiten. Und Erfolg ist dabei auch nicht immer garantiert. Während der eine sein Geld in den Dorf-Fußballverein der eigenen Stürmerjahre steckt und sportlich richtig absahnt, schmeißt es ein anderer erst mit VW-Aktien zum Fenster raus und sich selbst dann vor den nächsten Zug. Elon Musk hat da ganz andere Pläne. Nach äußerst lukrativen Internet-Boom-Jahren hat der gute Mann 2002 in Los Angeles die Raketenfirma SpaceX gegründet, um der Raumfahrt ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Sein Ziel: Eines Tages will er zum Mars fliegen. Zwar haben es seine Flugkörper bisher noch nicht in die niedrigste Satelliten-Umlaufbahn geschafft, er aber immerhin schon einmal bis in die Zeit. Der Rest dürfte ein Klacks sein. Bevor seine Falcon-9 dann demnächst abhebt, … weiter

Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar


Dez 20 2008

Home is…

…where the Dom is.

Herz von Aachen: der Dom

© metaplot.de

Der eine oder andere dürfte es schon mitbekommen haben. Wir drei von METAPLOT stammen aus der Umgebung von Aachen. Seit wir flügge geworden sind, leben wir sogar direkt in der Kaiserstadt. Downtown, sozusagen. Ein Hauch von Lokalpatriotismus ist nicht von der Hand zu weisen. Eigentlich auch mehr als ein Hauch. Bei mir zumindest.  Eine Menge Dinge hier wecken in mir ein diffuses Gefühl von Heimat: Regen, der Tivoli, Printen, der Klang der hiesigen Mundart, die schmalen Gassen der Altstadt (wenn nicht gerade weihnachtsmarktbedingt komplett überlaufen) und die gemütlichen kleinen Kneipen im Schatten des Doms. Vor allem aber die Kathedrale selbst … weiter

Christoph unter den nägeln | Kein Kommentar