Jan 7 2009

Musk macht mobil

Peterchen’s Mondfahrt war gestern

mars

© NASA

Bei allem Jammern über fehlendes Geld und drohende Rezession darf man eines nicht vergessen: Reich zu sein, ist auch nicht immer leicht. Richtig reich zu sein erst recht nicht. Nahezu täglich muss sich der Wohlhabende von Welt mit der Frage auseinandersetzen, was er denn nun mit dem ganzen Schotter anfangen soll. Schließlich gibt es eine Menge Möglichkeiten. Und Erfolg ist dabei auch nicht immer garantiert. Während der eine sein Geld in den Dorf-Fußballverein der eigenen Stürmerjahre steckt und sportlich richtig absahnt, schmeißt es ein anderer erst mit VW-Aktien zum Fenster raus und sich selbst dann vor den nächsten Zug. Elon Musk hat da ganz andere Pläne. Nach äußerst lukrativen Internet-Boom-Jahren hat der gute Mann 2002 in Los Angeles die Raketenfirma SpaceX gegründet, um der Raumfahrt ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Sein Ziel: Eines Tages will er zum Mars fliegen. Zwar haben es seine Flugkörper bisher noch nicht in die niedrigste Satelliten-Umlaufbahn geschafft, er aber immerhin schon einmal bis in die Zeit. Der Rest dürfte ein Klacks sein. Bevor seine Falcon-9 dann demnächst abhebt, sollte Musk allerdings tunlichst darauf achten, dass die verantwortlichen Ingenieure in ihre Berechnungen die neuesten Erkenntnisse über einen weiteren Schokoriegelnamensgeber einbeziehen: die Milchstraße.

Denn wenn sich alles schneller dreht als angenommen, landet man leicht an Orten, an denen man gar nicht landen wollte. Mit etwas Glück hat das falsche Ziel wenigstens noch etwas mit der Venus zu tun. Weit häufiger schießt man sich selbst aber auf irgendeinen Mond. Abertausende junger Männer rund um den Globus können davon jedes Wochenende ein Liedchen singen. Und mit einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 100 Millionen km/h ist nun wirklich nicht zu spaßen. Dass die gute, alte Milchstraße zudem massenmäßig bisher unterschätzt wurde, macht die Angelegenheit noch ungemütlicher. (Die in dem Artikel erwähnte höhere Kollisionsgefahr lässt einen ernsthaft darüber nachdenken, ob es überhaupt noch zeitgemäß ist, Kinder in die Welt zu setzen. Eine galaktische Kollision erwarten die Wissenschaftler vom Harvard YouTube Preview ImageSmithsonian Center for Atrophysics zwar erst in zwei bis drei Milliarden Jahren, aber trotzdem erscheint plötzlich alles irgendwie sinnlos.) Hoffentlich weiß Elon Musk, worauf er sich da eingelassen hat. Zum Glück kommt unsereiner dank fehlender finanzieller Mittel erst gar nicht in solch riskante Situationen. Da kann man sich einfach gemütlich zurücklehnen, dem armen Milliardär bei seinem ambitionierten Projekt alle Daumen drücken und mit zwei sympathischen Zeitgenossen durch das Weltall spazieren. (Bildquelle: nasaimages.org)

Christoph unter den nägeln

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