Ton in Ton
Das Auge parkt mit.
Lücke frei, Karre rein. So einfach kann das Parken sein. Oftmals aber auch so hässlich. Dass sich die Metallic-Lackierung des eigenen Vehikels mit der Hauswand beißt, vor der es gerade abgestellt wird, scheint die meisten Autofahrer nicht zu kratzen. Bislang. Denn in meiner unmittelbaren Nachbarschaft hat offensichtlich ein Umdenkprozess eingesetzt. Weg vom lieblosen Abstellen, hin zum ästhetischen Ins-Gesamtbild-Einfügen. Im Namen aller Freunde des Schönen möchte ich mich dafür herzlichst bedanken. Und alle Kraftfahrzeugbesitzer dazu auffordern, den hier gezeigten Beispielen nachzueifern. Auch Zweiradfahrer dürfen sich zur Teilnahme eingeladen fühlen. Schließlich parkt das Auge nicht nur mit. Es bockt auch mit auf.
Natürlich ist aller Anfang schwer. »Woher soll ich denn wissen, ob mein Auto hier wirklich hinpasst?«, wird manchem Neuling in der Szene beim Ausschalten des Motors durch den Kopf schießen. Meist kann schon ein Blick auf die Fassadenfarbe diese Frage beantworten. Ein erstes Nein muss aber nicht zwangsläufig der Startschuss für weitere Runden um den Block sein. Gewiefte Ästhetik-Parker wissen sich zu helfen. Zudem zeichnen sie sich durch Liebe zum Detail aus. So lassen echte Profis das Heck des eigenen Wagens mit dem darüber baumelnden Rollo zu einem sommerlich frischen Farbverlauf verschmilzen. Da kommt Freude auf. Wer so abstellt, kann auch vollkommen unbesorgt das Verdeck offen lassen. Schöngeistern regnet es nicht in die Karre.
(Sollten Euch ähnliche Parkarrangements unter die Augen gekommen sein: Das Einsenden von Beweisfotos ist ausdrücklich erwünscht.)
Christoph unter den nägeln
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