Jan 11 2013

Interstellare Volkszählung

Den schnellsten Weg an unbekannte Orte weisen, alte Schulfreunde aus der Versenkung holen, die richtige Musik zum richtigen Zeitpunkt spielen: Dieses Internet kann schon eine ganze Menge toller Sachen. Eine seiner im Allgemeinen recht unterschätzten Fähigkeiten ist die Beantwortung von Fragen, die man höchstwahrscheinlich nie im Leben gestellt hätte. Etwa die, wie viele Menschen sich jetzt gerade im Weltall befinden, mit der sich die Seite  howmanypeopleareinspacerightnow.com – ja, da weiß man, was man hat – beschäftigt. Für besonders neugierige Gäste bieten deren Betreiber neben der immer aktuellen Zahl auch noch Links zu den Quellen, bei denen sie die entsprechenden Angaben gefunden haben. So kann jeder noch einmal exakt nachrechnen, wie viele Menschen gerade im Weltall unterwegs sind. Ob man sich das ohne diese Seite jemals gefragt hätte, ist an dem Punkt natürlich längst egal.

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Dez 18 2012

Keine Eile

Wer zu diesem Konzert möchte, muss sich nicht unbedingt beeilen. Die Aufführung des Stücks »Organ²/ASLSP« aus der Feder des US-amerikanischen Komponisten, Klangexperimentalisten und was nicht sonst noch alles John Cage (1912-1992) in der Burchardikirche zu Halberstadt hat zwar schon vor einiger Zeit begonnen. Sie wird aber auch noch eine ganze Weile andauern. Denn »ASLSP« steht für: as slow as possible. Mit der Frage, wie langsam denn »so langsam wie möglich« tatsächlich ist, beschäftigen sich Musikwissenschaftler und Orgelbauer, seit Cage dieses Stück Mitte der 80er Jahre erschaffen hat. Und weil deren Beantwortung weit über Musiktheorie und Spieltechnik hinausgeht, haben sich längst auch Theologen und Philosophen ihrer angenommen. Schließlich tangiert »Organ²/ASLSP« auch Aspekte, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Was ist Zeit? Was die Ewigkeit? Im Grunde wäre das Spielen dieses Stücks bis in die Unendlichkeit hinein denkbar. So sagt zumindest die Theorie.

In der Praxis wollen es die Menschen hinter dem John-Cage-Orgel-Kunstprojekt in Halberstadt allerdings nicht übertreiben. 639 Jahre, so meinen sie, sollen fürs Erste reichen. Dieses Alter hatte die Domorgel auf dem Buckel, als auf ihr im September 2001 der erste Ton der Cage-Komposition erklang. Ebenso viel Zeit soll nun während dessen Aufführung vergehen. Aufs große Ganze betrachtet, hat das Konzert also gerade erst begonnen. Aktuell wird Impuls 13 gespielt, ein mäandernder Dreiklang aus a, c und fis. Der nächste Klangwechsel ist für den 5. Oktober 2013 vorgesehen. Sollte man es dienstags bis sonntags zwischen 12:00 und 16:00 Uhr nicht in die Burchardikirche schaffen, lässt sich der aktuelle Ton auch im Internet anhören.

Christoph unter falscher flagge | Kein Kommentar


Apr 18 2011

This is not Porn

Rare and beautiful

© this is not porn

Hello and a warm welcome to all you guys being brought here by Google. You might have been looking for some naked girls or hardcore action or anything like that. Unfortunately you won’t find any of these things over here. We say »Hello«, you say »Goodbye«.

So, jetzt dürften wir wieder unter uns sein. Der Titel der Seite, die wir hier empfehlen ist aber auch sowas von missverständlich. Nun ja, eigentlich ja nicht. Immerhin steht da »not«. Und tatsächlich hat das Ganze nicht im Geringsten mit Porno zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine inzwischen stattliche Sammlung von Celebrity-Fotos, wie zumindest wir sie bislang noch nicht gesehen haben. Jede Menge Berühmtheiten aus Film und Fernsehen fernab vom üblichen Promo-Schnickschnack, wie ihn Bunte und Co verbreiten. Wie der Betreiber des Blogs an diese ganzen Bilder kommt, bleibt wahrscheinlich sein Geheimnis. Dass er sie mit aller Welt teilt, ist ihm auf jeden Fall hoch anzurechnen. Dafür herzlichen Dank und eine ausdrückliche Empfehlung.

METAPLOT

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Apr 14 2011

Auf die Fresse!

Steve Buscemi und Nic Cage

© cwsbe

Wenn Menschen, die gerne mit Photoshop rummachen, zu viel Zeit haben, kommen bisweilen die absonderlichsten Dinge heraus. Immerhin gibt es nichts, was man nicht per Bildbearbeitung mit Fotos anstellen kann. In diesem Blog, zum Beispiel, sind nur Bilder von jungen, weiblichen Berühmtheiten zu sehen – mit denen aber irgendetwas nicht stimmt: Alle Augenpartien sind durch die von Steve Buscemi ersetzt. Manchmal bemerkt man das erst auf den zweiten Blick. Warum? Warum nicht?

Und dann wäre da noch diese Seite. Sie handelt einzig und allein von Nicolas Cage. Dem wird ja immer mal wieder nachgesagt, dass sein Gesicht konturlos und allerweltig genug ist, um so ziemlich jede Rolle zu spielen. (Dass er beim Spielen der Rollen immer nur dieselben zweieinhalb Gesichtsausdrücke drauf hat, macht ihn sogar noch vielseitiger einsetzbar.) Dass Cages Gesicht wirklich überall hinpasst, beweisen die Betreiber (und alle ehrenamtlichen Photoshopper) der Seite eindrucksvoll (und manchmal auch etwas albern). Kann man sich, genau wie die Chicks mit den Buscemi-Augen mal angucken.

METAPLOT

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Apr 6 2011

Fuck you very much

The new »Thank you«

© fyvm.dk

Wenn man so durch die Weltgeschichte surft, kommt man dauernd an Bildern oder Fotos vorbei, die irgendwelche Assoziationen wecken. Vor einiger Zeit haben sich die beiden Betreiber dieser Seite entschlossen, ihre Assoziationen mit der Welt zu teilen. Wenn wir uns richtig erinnern, ging es am Anfang darum, sie erst einmal miteinander zu teilen, weil die beiden nicht gerade um die Ecke voneinander lebten. (Dänemark-Amerika? Wie war das noch mal?) Diese Entfernung wird inzwischen nicht mehr in der Blogbeschreibung erwähnt, was die Vermutung nahelegt, dass der Junge und das Mädchen wieder näher beieinander sind. Schön für die beiden. Und schön für die Welt, dass sie ihr visuelles Tagebuch trotzdem weiterführen. Nachdenklich, lustig, schön: Da ist für jeden etwas dabei. Fuck you very much.

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Feb 22 2011

BlaBlaMeter

Wie viel Bullshit steckt im Text?

© BlaBlaMeter

Derzeit ist der Umgang mit Texten ja in aller Munde. Woran erkennt man ein Plagiat? Was kann man noch unter Versehen verbuchen? Wo fängt das vorsätzliche Bescheissen an? Ist Kopieren und Einfügen am Ende sogar das neue wissenschaftliche Arbeiten? Mit all diesen Fragen beschäftigt sich diese Seite nicht. Vielmehr wird hier einfach nur nach leerem Geschwätz in den Texten gesucht. Verfasser von Pressemitteilungen werden das, je nach Arbeitsmoral, mit Freude oder Schrecken vernehmen. Und nicht nur die. Der zu Grunde liegende Algorithmus hat sich uns noch nicht erschlossen. Dass er funktioniert, liegt aber auf der Hand. Das Bild dort oben zeigt zum Beispiel den Bullshit-Gehalt der ersten Sätze von Christophs jüngstem Elaborat an: Null Prozent! Wer möchte da noch an der Korrektheit dieser Überprüfung zweifeln. Vielen Dank für die Blumen. Vielleicht kann man ja beizeiten einmal die eine oder andere Dissertation durch diesen Check jagen. Oder einen Liebesbrief der Ex-Freundin. Oder was auch immer. Viel Spaß, jedenfalls.

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Feb 15 2011

Drüberleben

Kein Grund, traurig zu sein

© drüberleben

Kathrin, Mitte Zwanzig, bestreitet ihren Lebensunterhalt als freie Autorin. Sie ist eine normale junge Frau, die mit vielen anderen Menschen ein Schicksal teilt: Seit fast einem Jahrzehnt leidet sie an Depressionen. Doch im Gegensatz zum Großteil ihrer Leidensgenossen ist sie nicht gewillt, über ihre Erkrankung zu schweigen. Stattdessen lässt sie auf ihrer Seite den Rest der Welt an ihrem Innenleben teilhaben. Dort beschreibt Kathrin absolut lesenswert, was sie erlebt und beschäftigt – derart lesenswert, dass sie von der »Mädchenmannschaft« zur Bloggerin des Jahres 2010 gekürt wurde. In Anbetracht dieser Aufmerksamkeit ist sie auf unseren Hinweis eigentlich nicht angewiesen. Dennoch – und frei nach dem Motto »Kleinvieh macht auch Mist« – möchten wir jedem unserer Leser ans Herz legen, einmal bei Kathrin vorbeizuschauen. Je mehr Menschen sich mit dem Thema Depression beschäftigen, desto größer ist die Chance, dass diese Erkrankung nicht länger an den Rand der Gesellschaft geschwiegen wird. Denn die darunter Leidenden sind nicht mehr und nicht weniger als ganz normale Männer und Frauen. So wie Kathrin eben.

UPDATE: Vor kurzem hat Kathrin angekündigt, nicht mehr nur Depressionen im Mittelpunkt ihres Blogs stehen zu lassen. Eine ebenso konsequente wie nachvollziehbare Entscheidung: Um wirklich »drüberleben« zu können, ist es wahrscheinlich besser, den Fokus nicht immer nur auf die eigene Erkrankung zu richten. Lesenswert bleibt die Seite dank Kathrins toller Schreibe ohnehin.

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Feb 15 2011

Facial Awareness

Soooooon Bart

© Facial Awareness

Gesichtshaar ist nicht Jedermanns Sache. Bei manchen Männern sieht es aber auch reichlich beschissen aus. Von Frauen mal ganz zu schweigen. Dann gibt es aber auch jede Menge Herren, die ein Bart ungemein kleidet. Diese Schönheit in all ihren Facetten findet ihre Verewigung auf dieser Seite. Mindestens zwei Drittel von METAPLOT erblassen beim Scrollen durch die dortige Bildersammlung vor Neid. Denn eine Grundvoraussetzung für das Tragen eines Bartes ist unzweifelhaft ein vorhandener Bartwuchs. Und genau daran hapert es bei besagten 66%. Manch einer behauptet, das Unglück in Tschernobyl habe seinerzeit die ersten sprießenden Stoppeln weggebrutzelt. Die Pubertät zum absolut falschen Zeitpunkt: Eine haarige Theorie, die von komplett zugewachsenen Altersgenossen natürlich ad absurdum geführt wird. Aber welcher Kerl gibt schon gerne zu, dass zu wenig Testosteron in seinem Blut schwimmt? Oops, etwas vom Thema abgekommen. Darum sollte es jetzt und hier ja gar nicht gehen. Darum: Klicken, Bärte gucken, Spaß haben.

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Feb 15 2011

Graphitti-Blog

Die Welt erklärt in lustigen Grafiken

© Graphitti-Blog

Das Leben kann so einfach sein. Ist es dann wohl auch. Zumindest wenn man dieser Seite glaubt. Warum weinen Frauen? Welche Farbe zeigt die Ampel, wenn ich bei ihr ankomme? Wo ist der Döner, den ich gerade gegessen habe? Es scheint keine Frage des Alltags zu geben, die deren Betreiber nicht in Form von Grafiken erklären können. Ganz gleich ob Tortendiagramme, Balkentabellen oder Kurvenverläufe: Alles, was die hohe Kunst der Statistik hergibt, findet dabei seine Anwendung. Wissenschaftlich fundiert ist daran selbstverständlich gar nichts. Dementsprechend sollte man sich nach dem Betrachten des Blogs nicht unbedingt schlauer fühlen. Gut unterhalten aber auf jeden Fall schon. Und wie es ein weiser Mann dereinst formulierte: In jedem Witz ist ein Loch, durch das die Wahrheit pfeift.

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Jan 28 2011

Anti Duckface

Stop making it!

© antiduckface

»Oh Gott, ich werde geknipst! Schnell, ich muss toll aussehen. Begehrenswert. Lässig. Verrucht.« So weit, so gut, so nachvollziehbar. Wir alle wollen auf Fotos nicht unbedingt aussehen wie die Deppen. Aber wie um alles in der Welt kommen manche Damen darauf, dass das Ziehen einer Schnute beim Betrachter die gewünschte Wirkung erzielen könnte? Was genau soll an nach außen gestülpten Lippen sexy sein? Eine Antwort auf diese Fragen liefert diese Seite nicht. Dennoch leistet sie wichtige Aufklärungsarbeit. Denn nach dem Durchblättern dürfte jedem Besucher klar sein, dass es sich bei dieser weiblichen Reaktion auf Kameras nicht um seltene Ausnahmefälle handelt. Eine erschütternde Studie, die ganz nebenbei noch für den einen oder anderen Lacher sorgt. Von begehrenswert, lässig oder verrucht findet sich allerdings keine Spur.

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