Nov 15 2011

Occupy Platanen

Wenn Bürger „Wood” haben

© Roberto Verzo

„Yes we can“ schmetterte es uns vor drei Jahren von allen demokratischen US-Wahlkampfbühnen entgegen. Der Slogan des heutigen Präsidenten Barack Obama elektrisierte zunächst seine Anhänger und nervte dann aber zusehends, weil jeder, aber auch wirklich jeder ihn okkupierte. Negativer Höhepunkt dürfte wohl die Schmacht-Schnulze „Yes we can“ von Howard Carpendale gewesen sein.

Apropos okkupieren. Das scheint wohl der nächste Kandidat für ein globalisiertes Schlagwort zu sein. … weiter

Amien unter irdisch | 2 Kommentare


Mrz 16 2011

Musik ist Trumpf…

und sagt uns wie schlimm das ist

YouTube Preview ImageFür Menschen, die nach Erdbeben und Tsunami in Japan emotional immer noch unentschlossen waren, bot das Heute-Journal am 12. März einen wegweisenden Service. Die Redakteure erkannten, dass der Zuschauer nach nüchternen Informationen über Tektonik, pazifische Feuerringe und AKW, eine emotionale Einordnungshilfe benötigt. Deshalb schloss das Magazin mit einer filmischen Collage, in der die »bewegendsten Bilder« zusammengefasst und – um sicher zu gehen, dass der Zuschauer auch bewegt ist – mit Musik untermalt wurden. »Teardrop« von »Massive Attack«(!). Um zu verdeutlichen, dass die drohende Atomkatastrophe im Mittelpunkt der Sorge stehen sollte, explodierte der Reaktor in Fukushima zu Beginn und zum Ende des Clips – aus ästhetischen Gründen im Takt der Musik. … weiter

Amien unter irdisch | Ein Kommentar


Dez 6 2010

A nightmare at the Opera

YouTube Preview ImageBeim Brainstorming ist alles erlaubt. Eine Runde freies Assoziieren hat noch niemandem geschadet. Schalke gegen Bayern, große Bühne, Diven, Fußballoper. Das kann man mal vor sich hin denken. Aber muss aus diesen Gedankengängen gleich ein brandneues Konzept für eine Fußballübertragung gemacht werden? Der Sender Sky hat diese Frage am vergangenen Samstag mit »Ja« für sich beantwortet. Und so sind die Kunden des Bezahlsenders beim Abendspiel der Bundesliga in einen ganz besonderen Genuss gekommen. Einen ganz besonders seltsamen Genuss. Während auf Tonoption 1 Marcel Reif das Spiel kommentierte, übernahm diese Aufgabe auf Kanal 2 gleich ein ganzes Quartett. Frei improvisierend, boten vier Opernsänger den Ton zum bewegten Bild. Eindrucksvoll haben sie dabei unter Beweis gestellt, dass Arien nur sehr bedingt freestyletauglich sind. Vor allem aber, dass man beim freien Assoziieren auf eine Menge Quatsch kommen kann.

Christoph unter irdisch | 4 Kommentare


Jun 25 2009

Aixzellente Leistung

Jede Münze hat zwei Seiten

Friedrich_springorum

© niemand

Während es in meiner Schulzeit noch als relativ uncool galt, gute Noten mit nach Hause zu bringen und ich mich deshalb jahrelang verstellen musste, um nicht aus der Masse der Mediokren herauszuragen, haben nun sowohl Regierungschefin als auch Staatsoberhaupt ein Machtwort gesprochen. Hotte Köhler bricht im Focusinterview eine Lanze für Eliten und bemängelt, dass wir zu lange gedacht hätten, wir könnten die Spitze ignorieren und Talente gleich verteilen. Verfluchtes Mittelmaß. Frau Merkel fordert Deutschland dazu auf, sich zu Elite und Exzellenz zu bekennen. Endlich kann ich also mein jahrzehntelanges Versteckspiel beenden und bekenne: Ja, ich habe mein Studium mit Auszeichnung beendet und das auch noch an einer Eliteuniversität. Nachdem das nun raus ist (irgendwie befreiend), kann ich auch davon berichten wie mir dieses neu gewonnene Elitengefühl ein erstes Opfer abverlangte, das ich im Bewusstsein meiner gesellschaftlichen Verantwortung gerne erbracht habe. … weiter

Amien unter irdisch | 4 Kommentare


Jun 5 2009

Ich Tarzan, du Asi.

Tim Wieses Lehrmeister

FCK

© FCK

Was haben Florian Fromlowitz, Roman Weidenfeller und Tim Wiese gemeinsam? 1. ihre Namen sagen Fußballuneingeweihten nichts, 2. sie sind ehemalige Schützlinge von Gerry Ehrmann (für den 1. und 3. ebenfalls gilt) und 3. sie glänzen stets mit goldbrauner Hautfarbe (dies dürfte im direkten Zusammenhang zu 2. stehen). Ehrmann (Spitzname: Tarzan) hütete bis 1997 in 301 Spielen das Tor des 1. FC Kaiserslautern und gilt als der Prototyp des Torwartproleten, der sein Herz auf der Zunge trägt. Trotz seiner Herkunft (Tauberbischofsheim) führte er verbal nicht das Florett, sondern war und ist für eher derbe Sprüche bekannt, die das Herz eines jeden Pfälzers im Sturm eroberten. So bezeichnete der praktizierende Bodybuilder Spieler schon mal gerne als Schwuchteln oder drohte dem gegnerischen Angreifer: »Ich hau dir auf die Fresse, du Asi«. … weiter

Amien unter irdisch | 2 Kommentare


Apr 24 2009

Real Rumble

Ein Mann sieht Rot.

jorgehurtadof

© jorgehurtadof

Alle Achtung! Dieser Pepe hat es wirklich mächtig drauf. Nachdem er seinen Gegner mit einem geschickten Schubser auf die Bretter geschickt hat, zeigt er ihm auf dem Boden mit aller Vehemenz, wo Bartel den Most holt. Da bleibt kein Auge trocken. Das ist Wrestling vom Allerfeinsten. Gerade will der heißblütige Portugiese seinen »Finishing Move« ansetzen, als er unverhofft weggezerrt wird. Ohne dieses Eingreifen der anderen hätte Pepe garantiert den Gürtel mit nach Hause genommen. Wenn, ja wenn das da am Dienstag im Estadio Santiago Bernabéu zu Madrid tatsächlich Catchen gewesen wäre. War es aber nicht. Dem Vernehmen nach soll es sich wohl doch eher um Fußball gehandelt haben. Und Pepe ist auch gar kein Weltklasse-Wrestler. Er ist Verteidiger bei Real Madrid. … weiter

Christoph unter irdisch | 3 Kommentare


Mrz 30 2009

Nummer Sicher

London’s Blockwart-Hotline

Metropolitan Police

© Metropolitan Police

Sex sells. Fear sells better. (»Kauft antibakterielles Waschmittel! Diese fiesen, kleinen Viecher sind wirklich überall.«) Das Beste an der Angst aber ist, dass sie so herrlich gefügig macht. Im Angesicht drohender, terroristischer Angriffe mucken nur die wenigsten Bürger gegen das scheibchenweise Beschneiden ihrer Rechte auf. Wer nichts zu verbergen hat, kann sich doch auch nach allen Regeln der Kunst durchleuchten lassen. Orwell’s großer Bruder lässt schön grüßen. Wir hier in Deutschland sind diesbezüglich zwar auf einem guten Weg, hinken aber immer noch ein wenig hinter dem einen oder anderen europäischen Nachbarn her. Vor allem hinter den Engländern. … weiter

Christoph unter irdisch | Ein Kommentar


Mrz 4 2009

Habt ihr Gladiator gesehen?

»Da hab´ ich mitgespielt. Ehrlich«

YouTube Preview ImageKleine Quizfrage zu Beginn: Wer ist Recklinghausens berühmtester Sohn? Stimmt: Hape Kerkeling. Aber auch Ralf Möller ist nicht unbekannt. Der 1959 geborene ›Hollywood-Star‹ hat sich kontinuierlich vom Bademeister (hat nach eigenen Angaben Hape das Schwimmen beigebracht) zum Mr. Universum hoch gearbeitet und begann Ende der 1980er Jahre ins Filmgeschäft einzusteigen. Nach seinem ersten Kurzauftritt im Tatort (immerhin mit Schimanski) übernahm Möller auch Rollen in Hollywood-Produktionen. 1997 dann der große Durchbruch als Titelheld in der US-Serie »Conan«. Größter Erfolg, den er uns immer wieder unter die Nase reibt, war die Rolle des Hagen in Ridley Scotts »Gladiator«. Jetzt hat er ein Haus in Malibu, zählt Arnold Schwarzenegger zu seinen Freunden und kann lecker Zigarre rauchen. … weiter

Amien unter irdisch | 3 Kommentare


Feb 12 2009

Blauäugig davongekommen

Hinterfragen kostet nix nur Zeit.

bild.de

© bild.de

Das Internet. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2009. Noch immer scheint es Menschen zu geben, die glauben, im weltweiten Netz die Wahrheit finden zu können. Und nichts als die Wahrheit. Naivität ist ja auch grundsätzlich niemandem vorzuwerfen. Wenn man damit allerdings hausieren geht, kann das leicht im Fettnäpfchen enden. Ein schönes Beispiel für solch peinliche Momente wurde gestern Abend geboten. Da stellten »Rheinische Post« und »Bild« eine Eilmeldung online, die sie kurz zuvor auf der Homepage von Schalke 04 entdeckt hatten: »Kevin Kuranyi gefeuert.« Eine Sensation. Wenn es denn gestimmt hätte. Hat es aber nicht. … weiter

Christoph unter irdisch | 5 Kommentare


Jan 23 2009

Cho Cho train is riding

Think global, act glokal … Oder so.

YouTube Preview ImageOutsourcing ist ja im Prinzip ein alter Hut. Waren zunächst nur wenige Branchen betroffen, begann man schon bald auch im Dienstleistungsbereich auszuquellen. Egal ob Personalkantinenmitar-beiter, Reinemackefrauen oder Sicherheitspersonal; im Hinblick auf das Preis-Leistungsverhältnis mussten sich immer mehr Festangestellte flexiblen und preiswerten Zeitarbeitsfirmen geschlagen geben. Und wenn Preis und/oder Leistung mal nicht stimmten, wurde der Anbieter einfach gewechselt (so einfach, wie von Telekom zu Netcologne). »Naja«, denkt sich der Bildungsbürger, der weder Kantinenfraß in den Schweineeimer kratzen muss, noch Obdachlose freundlich aber bestimmt aus Citypassagen zu begleiten hat, »hätten se in der Schule halt besser aufgepasst.« … weiter

Amien unter irdisch | Kein Kommentar